Claudia

Als Burnout-Patientin war ich es gewohnt, zu kämpfen. Gegen meine körperlichen Schmerzen, gegen meine Angst, gegen meine Schwäche – letzten Endes immer gegen mich selbst.

All diese offensichtlichen Zeichen habe ich ignoriert oder als vorübergehend betrachtet. „Wenn ich diese Krankheit überstanden habe, bin ich wieder die alte. Ganz sicher, kein Problem.“ Ich kämpfte, stand wieder auf und war wieder da. Für sehr kurze Zeit, bis die nächste Krankheit/ der nächste Schmerz kam.

Zur Spiritualität fand ich keinen Zugang. Yoga oder gar sitzende Meditation hielt ich für mich nicht für notwendig – schließlich war das ja alles nur vorübergehend. Ich bin eine Macherin, ich bin bald wieder auf dem Damm!

Ende 2019 kam ich auf Koh Phangan an. Lange Monate des intensiven Kampfes lagen hinter mir. Bandscheibenvorfall, Hörsturz, bakterielle Stirnhöhlenentzündung und Panikattacken hatten mich über das Jahr hinweg gequält. Mir war klar, dass ich eine Auszeit am Strand brauche, um wieder stark sein und weiter machen zu können.

Bereits nach dem 1. Tag am Strand war klar, dass ich nicht zur Ruhe komme. Rastlosigkeit und eine verzweifelte Suche nach Stille wüteten in mir. Zufällig erfuhr ich in diesen Tagen vom Innerwalk. Ich kann heute nicht sagen warum, aber mir war sofort klar, dass ich gehen will.

Der erste Tag meines Innerwalks war sehr schwierig! 4 Stunden lang erzählte ich mir selbst, dass ich das nicht brauche und es für mich nichts bringt. Da ich aber gewohnt war zu kämpfen, kam ich am 2. Tag wieder. Und da passierte mein persönliches Wunder. Ich sah mich selber ganz klar.  Ich konnte mich von außen sehen, konnte neben mir gehen und mit mir selber in den Dialog kommen. Ich erkannte und verstand, welche Teile meiner Geschichte mich prägten und damit die von mir so ungeliebten Verhaltensmuster auslösten. Dieses tiefe Verständnis machte es plötzlich möglich, diesen Mustern liebevoll zu begegnen und Frieden mit den Ursachen zu schließen. Ich verabschiedete mich mit Liebe von den Themen und konnte sie loslassen. Die Klarheit begleitete mich während des restlichen Innerwalks und so lernte ich in den folgenden 3 Tagen noch viel mehr über mich selbst und konnte mit wichtigen Themen Frieden schließen.

Was ich am Ende meines 1. Innerwalks empfand, spüre ich noch heute sehr deutlich: euphorische Freude und Dankbarkeit.

Diese Gefühle und das für mich magische Tool Innerwalk habe ich aus Thailand mitgenommen. Nach dieser Erfahrung passierte es immer wieder – ich bin gegangen und habe Klarheit bekommen.

Für mich waren diese vier Tage im Dschungel von Koh Phangan  die ersten Schritte einer langen Reise, der Reise zu mir selbst. Heute bin ich schon ein ganzes Stück weiter auf meinem Weg. Ich gehe weiter regelmäßig, praktiziere mehrmals die Woche Yoga, genieße die stille Meditation und bin immer noch sehr dankbar für den Innerwalk. Meine Vision ist es, diese Erfahrung für so viele Menschen wie möglich zugänglich zu machen. Nicht jeder kann nach Thailand fliegen, um 4 Tage zu gehen.  Aber ich glaube fest daran, dass jeder die Chance haben sollte, seinen Innerwalk zu machen und mit dem beschenkt zu werden, was da ist.